Höga Kusten

Dritte Etappe von Gävle nach Sundsvall

Nach der Abreise unserer Mitseglerin gab es für uns keine Terminvorgaben mehr. Wir segelten daher erst am 31. Mai weiter, als es nicht mehr regnete. Bei ablandigem böigem W bis NW-Wind 4-5Bft, Böen bis 25kn, erreichten wir Synskär (25nm). Wir hatten geplant, dort an der sxk-Boje festzumachen, fanden den Anleger der früheren Lotsenstation aber attraktiver (Foto rechts). Grillplatz und Trockentoilette, sonst kein Service.

Der 1. Juni begann wolkenlos und mit leise säuselndem Südwind von 3kn. Mit unter 2kn segelten wir aus dem unreinen Gewässer, die Peilmarken beachtend, heraus. Entsprechend dem SMHI-Seewetterbericht nahm der Wind zu; bei SE 20kn am Nachmittag wurde es eine schnelle Reise. Nach 45nm erreichten wir Kuggören. Die blaue sxk-Boje fehlte, und wir ankerten auf 7m Wassertiefe unterhalb des vor Südwind schützenden Waldes.

Am 2. Juni hatte der Wind von SE auf SW gedreht. Diese Windrichtung passte uns für die Fahrt nach Mellanfjärden (16nm) auch. Mellanfjärden bietet einen Hafen mit Heckbojen, dem üblichen Gästhamn-Service, kleinem Lebensmittellädchen und Restaurant sowie in Sichtweite eine Ankerbucht mit sxk-Boje; sie zogen wir dem Hafen vor. Der 3. Juni glich wettermäßig dem 1. Juni. Morgens leichter SE, im Tagesverlauf zunehmend, am frühen Nachmittag 21kn, ablandige Böen bis 26kn. Das Groß geborgen, wir liefen nur noch unter Fock und refften diese später noch, um im engen Fahrwasser langsamer zu werden. Einlaufend nach Juniskärens hamn (28nm) fanden wir Windschutz. Juniskärens hamn ist eine geräumige seichte Bucht. Die Ufer und die vier Inselchen darin sind mit Ferienhäusern und Fischerhütten bebaut. Eine kleine Marina, mit 1,6m Wassertiefe zu flach für uns, mit Tankstelle.

Von Juniskärens hamn waren es nur noch 8nm bis Sundsvall, das wir am 4. Juni bei SE 2-3Bft der Versorgung wegen ansteuerten. Sundsvall empfängt den einlaufenden Segler mit einer unschönen Industriekulisse, Zementindustrie, Ölhafen, Papier- und Zellulose-Industrie. SCA, Svenska Cellulosa AB, ist hier beheimatet, dem ein oder anderen bekannt durch die Marken „Tork“ und „Tempo“. Ist man einmal unter der Brücke hindurch, die in 32m Höhe die Hafenbucht überspannt (Foto rechts), sieht man davon nicht mehr viel.

Wir waren das einzige Gastboot im Hafen und hatten freie Liegeplatzwahl. Wir gingen längsseits. Es gibt zwei Längsseitsplätze und 16 Heckbojen. Die Hafengebühr von 200SEK ist nur im Webshop der Kommune zahlbar; man bekommt daraufhin einen QR-Code zugemailt, mit dem man die Türen zum Servicegebäude öffnen kann. Ohne Smartphone bist du hier aufgeschmissen, kannst den Hafen kaum benutzen. Einmal drin bietet das Servicegebäude alles: WC, warme Duschen, Waschmaschine und Trockner (Miele-Geräte), Seglerküche, Mülltonnen. Die Stadt verfügt über alle Einkaufsmöglichkeiten. Die Lidl-Filiale ist weniger als 500m vom Hafen entfernt, der Bootsausrüster Hjertmans 3km. Hier konnte ich endlich die schwedische Båtsportkort „Bottenhavet norra“ erwerben.

Track der dritten Etappe, aufgezeichnet mit der Navigations-App iSailor. Statistische Daten der dritten Etappe: 121nm, davon 2nm unter Motor. Motorstunden 1h 10min.

In Sundsvall endete die dritte Etappe, die zusammen mit den Etappen 1 und 2 die Anreise zu unserem Zielgebiet “Höga Kusten“ darstellt. Nur wegen der variierenden Besatzung wurde die Anreise im Logbuch in drei Etappen aufgeteilt. Die Anreise, Etappen 1 bis 3, umfasst summarisch 843nm in 38 Tagen (25 Fahrt- und 13 Hafentage), davon 12nm motort. Motorstunden 6h 48min.